Erfahrungswerte für ein neues Bad in der Pfalz: Standard 8.000–15.000 € (6 m²), Komfort 15.000–25.000 € (8 m² mit bodengleicher Dusche), gehoben 25.000–40.000 € (10–12 m²). Meist dauert es 3–5 Wochen. Zuschüsse gibt es vor allem für den barrierearmen Umbau, etwa von der Pflegekasse bis 4.180 € oder von der KfW.
Vom Auffrischen bis zum neuen Bad
1. Auffrischen (3.000–6.000 €)
Die Leitungen sind in Ordnung, das Bad sieht nur alt aus. Dann reichen oft neue Armaturen, ein neuer WC-Sitz, neue Silikonfugen, Fliesenlack und neues Licht. Dauer: drei bis fünf Tage. Für Mietwohnungen oder Ferienwohnungen oft die wirtschaftlichste Lösung.
2. Standardsanierung (8.000–15.000 €)
Fliesen, Sanitärobjekte und Leitungen werden erneuert, der Grundriss bleibt. Alte Wanne raus, neue rein, WC und Waschtisch neu. Solide Fliesen und Möbel aus dem mittleren Preisbereich. Dauer: zwei bis drei Wochen.
3. Komfortsanierung (15.000–25.000 €)
Bodengleiche Dusche statt Wanne, Thermostatarmaturen, Wandnischen, große Fliesen, Spiegelschrank mit Licht, vielleicht Fußbodenheizung. Der Grundriss kann angepasst werden. Dauer: drei bis vier Wochen.
4. Gehobene Ausstattung (25.000–40.000 € und mehr)
Designermöbel und -armaturen, großformatige Fliesen oder Naturstein, beleuchtete Nischen, Dusch-WC, Walk-in-Dusche mit Glaswand, Handtuchheizkörper. Dauer: vier bis sechs Wochen.
Was kostet was?
Die folgenden Preise sind Erfahrungswerte aus der Region, Stand 2026. Ein verbindliches Angebot gibt es nach dem Aufmaß.
Abbruch und Entsorgung
- Sanitärobjekte ausbauen: 600–1.200 €
- Fliesen abschlagen: 30–50 €/m²
- Container und Entsorgung: 400–800 €
Rohbau und Vorarbeiten
- Wasser- und Abwasserleitungen komplett neu: 2.500–4.500 €
- Estrich neu mit Fußbodenheizung: 80–120 €/m²
- Trockenbau, Vorwände, Nischen: 600–1.500 €
- Elektro (neue Leitungen, FI-Schutzschalter): 800–1.800 €
Sanitärobjekte (mittlere Preisklasse)
- Walk-in-Dusche mit Glaswand: 1.800–3.500 €
- Badewanne (Acryl oder Stahl-Email): 400–1.200 €
- Wand-WC mit Betätigungsplatte: 600–1.200 €
- Waschtisch mit Unterschrank: 800–1.800 €
- Markenarmaturen: 250–800 € pro Stelle
Fliesen und Verlegung
- Standardfliesen: 30–60 €/m² (Material)
- Großformat-Feinsteinzeug: 60–120 €/m²
- Naturstein: 100–250 €/m²
- Verlegen (Boden und Wand): 70–110 €/m²
Sonstiges
- Spiegelschrank mit LED: 300–900 €
- Handtuchheizkörper (Warmwasser oder elektrisch): 350–700 €
- Licht (Decke, Spiegel, Akzente): 400–1.200 €
- Fußbodenheizung im Bad: 1.800–3.500 €
Beispiel: Komfortbad mit 8 m² in Schifferstadt
- Abbruch und Entsorgung: 1.500 €
- Leitungen komplett: 3.500 €
- Estrich (40 mm): 1.000 €
- Fußbodenheizung: 2.200 €
- Großformat-Fliesen Boden und Wand (35 m²) mit Abdichtung und Zubehör: 4.800 €
- Fliesen verlegen: 3.200 €
- Walk-in-Dusche mit Glaswand und Armatur: 3.000 €
- Wand-WC, Waschtisch, Spiegelschrank: 2.800 €
- Licht und Elektro: 1.200 €
- Gesamt: ca. 23.200 € brutto
Ablauf in 5 Phasen
Beratung und Aufmaß
Wir kommen vorbei, messen auf und hören uns Ihre Wünsche an. Danach bekommen Sie eine 3D-Skizze und ein Festpreis-Angebot. Kostenlos.
Material aussuchen
Fliesen, Sanitärobjekte, Armaturen suchen wir gemeinsam aus. Wir raten zu Produkten, die der Großhandel in der Nähe kurzfristig liefern kann, damit die Baustelle nicht wochenlang wartet.
Abbruch und Rohbau
Tag 1 bis 5. Altes raus, Leitungen neu, Wände stellen oder entfernen, Estrich wenn nötig. Das ist die laute Phase, aber sie ist kurz.
Abdichtung und Fliesen
Tag 6 bis 14. Mit Schnellestrich kann bald weitergearbeitet werden. Erst kommt die Abdichtung in Dusche und Spritzbereichen, dann die Fliesen, Wände zuerst, Boden zuletzt.
Endmontage und Übergabe
Tag 15 bis 21. WC, Waschtisch, Armaturen, Spiegel, Licht. Am letzten Tag: putzen, Übergabeprotokoll und alle Unterlagen.
Barrierearm umbauen mit Zuschuss
Wer das Bad altersgerecht umbaut, kann Unterstützung bekommen:
- Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI): bis 4.180 € je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wenn ein Pflegegrad vorliegt
- KfW-Zuschuss 455-B: 10 % der Kosten, höchstens 2.500 € für Einzelmaßnahmen. Das Programm war lange gestoppt und ist seit April 2026 wieder offen, die Mittel sind aber begrenzt. Vor dem Auftrag prüfen
- KfW-Kredit 159: zinsgünstiges Darlehen für altersgerechten Umbau, bis 50.000 € je Wohneinheit
Typische Maßnahmen: bodengleiche Dusche, breitere Türen, unterfahrbarer Waschtisch, Haltegriffe, rutschhemmende Fliesen, erhöhtes WC. Wichtig: Die Anträge müssen gestellt sein, bevor der Auftrag erteilt ist. Wir helfen bei den Unterlagen.
Wo sich Geld lohnt und wo nicht
Lohnt sich
- Gute Markenarmaturen: halten lange, und Ersatzteile gibt es auch nach Jahren noch
- Wand-WC: leichter sauber zu halten, der Boden darunter ist frei
- Große Fliesen: weniger Fugen, weniger Putzen
- Fußbodenheizung im Bad: viel Komfort für überschaubare Mehrkosten, wenn ohnehin neu gebaut wird
- Spiegelschrank statt Spiegel: Stauraum, Licht und oft eine Steckdose dabei
Lohnt sich oft nicht
- Armaturen mit App-Steuerung: werden selten genutzt und sind im Fall eines Defekts teuer
- Naturstein am Boden: schön, aber empfindlich und muss regelmäßig imprägniert werden
- Whirlwannen: nach unserer Erfahrung selten genutzt, Reinigung und Wartung sind aufwendig
- Teure Designer-Aufputzarmaturen: innen steckt oft dieselbe Technik wie in günstigeren Modellen
Typische Fehler
- Abdichtung unter den Fliesen gespart: In Dusche und Spritzbereichen gehört eine Verbundabdichtung nach DIN 18534 unter die Fliesen. Fehlt sie, sieht man den Schaden oft erst Jahre später.
- Keine eigenen Absperrventile: Muss später etwas repariert werden, steht sonst das ganze Haus ohne Wasser. Wir setzen immer eigene Ventile.
- Acryl statt Sanitärsilikon: In Dusche und an der Wanne gehört elastisches Sanitärsilikon in die Anschlussfugen. Acryl reißt und schimmelt.
- Zu wenig Gefälle in der Dusche: Wasser bleibt stehen. Das Gefälle muss zum Ablauf passen, bei barrierefreien Duschen ist es auf höchstens 2 % begrenzt. Das braucht genaue Arbeit.
- Steckdosen an der falschen Stelle: Steckdosen und Schalter dürfen nur außerhalb der Schutzbereiche um Wanne und Dusche sitzen (DIN VDE 0100-701). Das plant der Elektriker.
- Lüftung vergessen: Feuchte Luft muss raus, sonst kommt Schimmel. Ein Bad ohne Fenster braucht einen Abluftventilator, meist nach DIN 18017-3.
- Beim Fliesenleger gespart: Schlechte Arbeit zeigt sich oft erst nach ein, zwei Jahren. Ein guter Fliesenleger kostet mehr und ist es wert.
- Material im Internet bestellt ohne Beratung: lange Lieferzeiten, falsche Maße, und bei Reklamationen wird es kompliziert.
Was in der Pfalz dazukommt
Hartes Wasser
In vielen Orten der Vorder- und Südpfalz ist das Wasser hart. Den genauen Wert nennt Ihr Wasserversorger. Hartes Wasser heißt: Armaturen und Duschköpfe verkalken schneller. Helfen können pflegeleichte Oberflächen und, wenn gewünscht, eine zentrale Enthärtungsanlage. Erfahrungswert: 1.500–3.000 €.
Alte Leitungen
In vielen Häusern aus den 50ern und 60ern liegen noch verzinkte Stahlrohre. Bei einer Badsanierung lohnt es sich fast immer, die Leitungen bis zum Strang mitzuerneuern, etwa in Mehrschichtverbundrohr. Falls irgendwo noch Bleileitungen liegen: Die mussten nach der Trinkwasserverordnung bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Fristverlängerung gibt es nur auf Antrag beim Gesundheitsamt.
Fliesenleger
Gute Fliesenleger sind in der Gegend knapp. Wir arbeiten mit zwei festen Partnern, die regelmäßig für uns arbeiten. Rechnen Sie nach der Auftragsbestätigung mit etwa 4–8 Wochen bis zum Start.
FAQ
Was kostet eine Bad-Sanierung in der Pfalz?
Wie lange dauert eine komplette Bad-Sanierung?
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Kann ich während der Sanierung im Haus wohnen bleiben?
Worauf kommt es beim Fliesenlegen an?
Kann ich nur die Wanne durch eine Dusche ersetzen?
Gibt es Förderung für ein neues Bad?
Wie finde ich den richtigen SHK-Betrieb?
Wie viel Anzahlung ist üblich?
Was passiert bei Schäden während der Sanierung?
Kann ich nachträglich Fußbodenheizung einbauen?
Zeit für ein neues Bad?
Wir kommen zum Aufmaß und machen 3D-Skizze und Festpreis-Angebot. Kostenlos.
Beratungstermin →Stand: 21. Oktober 2026. Preise sind Erfahrungswerte für die Region. Förderangaben ohne Gewähr, die Bedingungen der KfW und der Pflegekassen ändern sich.
