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Ratgeber · Heizung

Gasheizung tauschen 2026: Ist das Pflicht, und was kommt danach?

Seit Juli 2026 gibt es ein neues Heizungsgesetz. Was jetzt gilt, was Ihre Gasheizung darf und welche Alternative sich rechnet, erklären wir hier. Ohne Panikmache.

Lesezeit ca. 8 Min Stand Oktober 2026
Kurzfassung

Ihre Gasheizung muss nicht raus. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, die Austauschpflicht für alte Kessel ist gestrichen. Auch eine neue Gasheizung ist wieder erlaubt, muss aber ab 2029 einen wachsenden Anteil Biogas oder Wasserstoff nutzen. Gefördert wird sie nicht. Eine Wärmepumpe bekommt bei der KfW 30 % Grundförderung plus Boni, zusammen bis 70 %, bei kleinen Einkommen bis 80 %.

Was muss wirklich raus?

Keine Austauschpflicht mehr

Bis Juli 2026 mussten Konstanttemperaturkessel nach 30 Jahren ersetzt werden. Diese Regel aus dem alten Gebäudeenergiegesetz ist mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz gestrichen. Das bisher geplante Betriebsverbot für fossile Heizungen ab 2045 ist ebenfalls weg.

Was bleibt: Der Schornsteinfeger misst regelmäßig die Abgasverluste. Hält ein Kessel die Grenzwerte nicht ein, muss er instand gesetzt oder ersetzt werden. Das war schon immer so und hat mit dem Heizungsgesetz nichts zu tun.

Neue Gasheizung: erlaubt, mit Bio-Treppe

Die Pflicht, dass jede neue Heizung zu 65 % erneuerbar heizt, gibt es nicht mehr. Auch die Beratungspflicht vor dem Einbau einer Gas- oder Ölheizung ist entfallen. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gasheizung einbaut, muss aber steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen:

Wer seine bestehende Gasheizung weiterlaufen lässt, ist davon nicht betroffen. Eine Hybridanlage mit Wärmepumpe erfüllt die Vorgaben bis 2035 unter bestimmten Bedingungen.

Gasheizung kaputt: was jetzt?

Reparatur lohnt sich

Pumpe defekt, Zündung kaputt, Wärmetauscher undicht: Was sich reparieren lässt, reparieren wir. Das dürfen Sie, egal wie alt die Heizung ist.

Reparatur lohnt sich nicht mehr

Ist der Kessel schon älter und die Reparatur fast so teuer wie ein neues Gerät, ist ein Tausch sinnvoller. Welche Heizung Sie dann nehmen, entscheiden Sie selbst. Wir rechnen Ihnen die Varianten durch.

Ausfall mitten im Winter

Dann muss es schnell warm werden. Wir reparieren, was geht. Lohnt das nicht mehr, gibt es mobile Heizzentralen zur Miete. Damit überbrücken Sie ein paar Wochen und können die neue Heizung in Ruhe planen und die Förderung richtig beantragen.

Die Alternativen

Die Preise sind Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus mit rund 140 m².

1. Neue Gas-Brennwertheizung

2. Hybrid: Wärmepumpe und Gas-Brennwert

3. Wärmepumpe (Luft-Wasser)

4. Pellets

5. Anschluss an ein Wärmenetz

Kosten über 20 Jahre: eine Beispielrechnung

Annahmen: Einfamilienhaus mit 140 m², 18.000 kWh Wärmebedarf im Jahr, Preise über 20 Jahre gleichbleibend. Das ist eine Vereinfachung. Sie zeigt aber, wo die großen Posten liegen.

Neue Gas-Brennwertheizung

Wärmepumpe

In diesem Beispiel liegt die Wärmepumpe über 20 Jahre rund 9.000 € günstiger. Mit 70 % Förderung wären es rund 16.000 €. Steigen Gas- und CO₂-Preise, wird der Abstand größer. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen wir das beim Termin nach.

Kommunale Wärmeplanung

Die Städte und Gemeinden erstellen gerade ihre kommunalen Wärmepläne. Darin steht zum Beispiel:

Bis Juli 2026 hing daran, ab wann die 65-%-Regel für Sie galt. Mit dem neuen Gesetz ist diese Kopplung weggefallen. Interessant bleibt der Plan trotzdem: Wenn in Ihrer Straße ein Wärmenetz kommen soll, kann sich das Warten lohnen. Den Stand für Ihre Gemeinde erfahren Sie bei der Verwaltung, wir schauen beim Termin gern mit drauf.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Gasheizung 5–10 Jahre alt und läuft

Nichts überstürzen. Nutzen Sie die Zeit, um das Haus vorzubereiten, etwa zu kleine Heizkörper tauschen oder über eine PV-Anlage nachdenken.

Gasheizung 12–20 Jahre alt

Jetzt planen. Wer selbst im Haus wohnt und den Antrag bis 31. Januar 2027 stellt, bekommt 16 % Klimabonus. Bei Gasheizungen gilt das, wenn die Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegt, bei Gasetagenheizungen unabhängig vom Alter. Danach sinkt der Bonus jedes halbe Jahr.

Gasheizung über 25 Jahre alt

Bald modernisieren. Alte Kessel ohne Brennwerttechnik verbrauchen spürbar mehr Gas als ein modernes Gerät. Und ein Ausfall im Winter ist bei diesem Alter keine Seltenheit.

Heizung fällt im Winter aus

Erst reparieren oder mit einer Mietheizung überbrücken, dann in Ruhe planen. So bauen Sie die neue Heizung mit vollständigem Förderantrag ein und nicht unter Zeitdruck.

FAQ

Muss ich meine Gasheizung 2026 tauschen?
Nein. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, die frühere Austauschpflicht für 30 Jahre alte Kessel ist gestrichen. Eine funktionierende Gasheizung dürfen Sie weiter betreiben und reparieren lassen, solange sie die Abgasmessung des Schornsteinfegers besteht.
Darf ich noch eine neue Gasheizung einbauen?
Ja. Die 65-%-Regel ist weggefallen. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gasheizung einbaut, muss aber ab 2029 einen Anteil Biogas oder Wasserstoff nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Gefördert wird eine neue Gasheizung nicht.
Was kostet eine neue Gasheizung 2026?
Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus mit 140 m²: Gas-Brennwert 8.000–12.000 € montiert, ohne Förderung. Hybrid mit Wärmepumpe 32.000–40.000 €, gefördert wird nur der Wärmepumpen-Teil. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 28.000–35.000 € vor Förderung.
Lohnt sich Gas oder Wärmepumpe?
Wenn Ihr Haus mit höchstens etwa 55 °C Vorlauf warm wird, rechnet sich meistens die Wärmepumpe: Sie wird gefördert und braucht keinen Brennstoff, dessen Preis von CO₂-Abgabe und Bio-Treppe abhängt. In sehr alten, ungedämmten Häusern kann eine Hybridlösung der bessere Zwischenschritt sein.
Was wird aus meinem Gasanschluss?
Der bleibt erst mal, auch wenn Sie auf Wärmepumpe wechseln. Sie können ihn behalten, etwa für ein Gaskochfeld, oder beim Netzbetreiber stilllegen lassen. Was das kostet, legt der Netzbetreiber fest. Fragen Sie vorher nach.
Wird Gas in den nächsten Jahren teurer?
Der CO₂-Preis liegt 2026 zwischen 55 und 65 € pro Tonne, für 2027 ist derselbe Rahmen geplant. Frühestens ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Heizen und Verkehr starten, dann bildet sich der Preis am Markt. Für neue Gasheizungen kommen ab 2029 die Kosten für den Bio-Anteil dazu. Eine verlässliche Prognose kann niemand geben.
Kann ich auf Wasserstoff warten?
Ob und wann Wasserstoff in Ihrer Straße ankommt, ist offen. Für ein Einfamilienhaus würden wir heute nicht darauf planen. Die Wärmepumpe ist die Lösung, die heute schon funktioniert.
Was, wenn die Förderung gekürzt wird?
Das passiert bereits nach Plan: Der Klimageschwindigkeitsbonus der KfW liegt bei 16 % für Anträge bis 31. Januar 2027 und sinkt dann jedes halbe Jahr um vier Prozentpunkte, ab August 2028 gibt es ihn nicht mehr. Es zählt das Antragsdatum, eingebaut werden darf auch später.
Lohnt sich eine Hybridheizung?
Kurzfristig manchmal, langfristig selten. Im Betrieb ist eine reine Wärmepumpe meist günstiger. Hybrid ist sinnvoll, wenn die Heizkörper für eine reine Wärmepumpe zu klein sind und ein Tausch zu aufwendig wäre.

Wir schauen uns Ihre Gasheizung an. Und Ihre Möglichkeiten.

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Stand: 21. Oktober 2026. Quellen: Gebäudemodernisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft seit 29.07.2026), KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026). Keine Rechtsberatung.