Für die KfW-Heizungsförderung muss der hydraulische Abgleich gemacht und bestätigt werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist er nach dem Heizungseinbau in Gebäuden ab sechs Wohnungen. Fachlich gehört er zu jeder neuen Heizung dazu. Kosten nach unserer Erfahrung: 450–900 € im Einfamilienhaus, dazu eventuell neue Ventile. Vor Ort dauert es meist einen halben bis ganzen Tag.
Was ist der hydraulische Abgleich?
Das Heizungswasser nimmt immer den bequemsten Weg. Ohne Abgleich bekommen die Heizkörper nah an der Pumpe zu viel Wasser und die weit entfernten zu wenig. Das Wohnzimmer im Erdgeschoss ist überheizt, das Kinderzimmer unterm Dach wird nicht richtig warm. Die übliche Reaktion: Heizkurve hoch, Pumpe auf volle Stufe. Das kostet Energie.
Beim Abgleich rechnen wir für jeden Raum aus, wie viel Wärme er braucht, und stellen jeden Heizkörper so ein, dass genau die passende Wassermenge ankommt. Dann werden alle Räume gleichmäßig warm, und die Heizung kommt mit niedrigerer Vorlauftemperatur aus.
Wann ist er Pflicht?
Für die Förderung
Wer bei der KfW Förderung für eine neue Heizung beantragt, muss den hydraulischen Abgleich machen lassen und bestätigen, meist mit dem Formular des VdZ. Die KfW kann die Bestätigung beim Nachweis anfordern. Bei Luft-Luft-Wärmepumpen werden stattdessen die Luftmengen eingestellt und nachgewiesen.
Nach dem Gesetz
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (früher Gebäudeenergiegesetz) schreibt den Abgleich nach Verfahren B nach dem Einbau einer neuen Heizung in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen vor. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es diese gesetzliche Pflicht nicht. Die befristete Abgleichspflicht für Gasheizungen aus der Energiesparverordnung von 2022 ist im Herbst 2024 ausgelaufen.
Nach den Regeln des Handwerks
Unabhängig von Gesetz und Förderung: Die VOB/C (DIN 18380) zählt den hydraulischen Abgleich beim Bau einer Heizungsanlage zur fachgerechten Leistung. Wer eine neue Heizung ohne Abgleich übergibt, hat streng genommen nicht fertig gearbeitet.
Verfahren A und B
Verfahren A (vereinfacht)
- Arbeitet mit Schätzwerten, etwa aus Wohnfläche und Baujahr
- Keine raumweise Heizlastberechnung
- Schneller und günstiger
- Reicht für Förderung und Gesetz in der Regel nicht
Verfahren B (mit Heizlastberechnung)
- Heizlastberechnung Raum für Raum nach DIN EN 12831
- Wasserdurchfluss für jeden Heizkörper berechnet
- Voreinstellung an jedem Thermostatventil
- Pumpe und Heizkurve angepasst
- Protokoll mit allen Werten für die Förderung
- Erfahrungswert: einen halben bis ganzen Tag vor Ort plus Berechnung im Büro
Ablauf in 6 Schritten
Heizkörper aufnehmen
Wir messen und notieren jeden Heizkörper: Größe, Bauart, Lage, Anschluss. Dazu Fenster, Außenwände und Raummaße.
Heizlast pro Raum
Nach DIN EN 12831 rechnen wir aus, wie viel Wärme jeder Raum am kältesten Auslegungstag braucht. Grundlage ist die Norm-Außentemperatur für Ihren Ort.
Durchfluss berechnen
Aus Heizlast und Systemtemperaturen, zum Beispiel 55/45 °C bei Heizkörpern oder 35/28 °C bei Fußbodenheizung, ergibt sich die nötige Wassermenge pro Heizkörper.
Ventile einstellen
Am Voreinstellring jedes Thermostatventils stellen wir den berechneten Wert ein. Alte Ventile ohne Voreinstellung tauschen wir. Erfahrungswert: 50–80 € pro Stück.
Pumpe und Heizkurve
Die Umwälzpumpe stellen wir auf den nötigen Druck ein, die Heizkurve so niedrig wie möglich. Eine alte, ungeregelte Pumpe ersetzen wir durch eine Hocheffizienzpumpe. Erfahrungswert: 180–280 € extra.
Protokoll
Heizkörperliste, Heizlast, Durchfluss, Voreinstellungen und Pumpeneinstellung kommen ins Protokoll. Die Bestätigung brauchen Sie für den Förder-Nachweis.
Kosten und Förderung
Was kostet es?
Erfahrungswerte aus unserer Arbeit:
- Einfamilienhaus 140 m², 8–10 Heizkörper: 450–600 €
- Größeres Einfamilienhaus 200 m², 10–14 Heizkörper: 600–900 €
- Neue Thermostatventile (meist 8 Stück): plus 400–650 €
- Neue Hocheffizienzpumpe: plus 200–280 €
Förderung
Bauen Sie eine neue Heizung mit KfW-Förderung ein, gehört der Abgleich zu den Kosten der Maßnahme und wird mitgefördert. Wird nur die bestehende Heizung optimiert, kann das BAFA das als Heizungsoptimierung bezuschussen, derzeit mit 15 % der Kosten (Stand Juli 2026). Die Bedingungen klären wir vor dem Auftrag.
Steuer
- § 35a EStG: 20 % der Arbeitskosten als Handwerkerleistung, höchstens 1.200 € Steuerermäßigung im Jahr. Nicht für dieselbe Maßnahme, für die Sie eine Förderung bekommen.
- Vermieter: in der Regel als Werbungskosten absetzbar. Die Details klärt Ihr Steuerberater.
Was er bringt
1. Weniger Energie
Eine abgeglichene Heizung braucht weniger Pumpenstrom und kann mit niedrigerer Vorlauftemperatur fahren. Wie viel Sie am Ende sparen, hängt davon ab, wie schlecht die Anlage vorher eingestellt war. Bei manchen Häusern ist es viel, bei anderen wenig. Eine Pauschalzahl wäre unseriös.
2. Gleichmäßig warme Räume
- Kein überheiztes Wohnzimmer mehr neben einem kalten Schlafzimmer
- Weniger Pfeifen und Rauschen an den Ventilen
- Die Räume werden nach der Nachtabsenkung gleichmäßiger warm
3. Wichtig für die Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Niedrig fahren kann man sie aber nur, wenn jeder Raum seine Wassermenge bekommt. Ohne Abgleich wird die Heizkurve hochgedreht, damit der letzte Raum warm wird, und die Jahresarbeitszahl leidet.
4. Weniger Verschleiß
- Die Pumpe läuft in einem vernünftigen Bereich statt auf Anschlag
- Weniger Takten des Wärmeerzeugers
Wann brauche ich ihn nicht?
- Heizung läuft, keine Modernisierung geplant: keine Pflicht. Wenn einzelne Räume nicht warm werden oder es an den Ventilen rauscht, lohnt er sich trotzdem.
- Nur Wartung der bestehenden Heizung: nicht nötig, solange alles gleichmäßig warm wird.
FAQ
Wann ist der hydraulische Abgleich Pflicht?
Was kostet ein hydraulischer Abgleich?
Wie läuft der hydraulische Abgleich ab?
Spart der hydraulische Abgleich wirklich Energie?
Brauche ich einen Abgleich auch ohne Förderung?
Wie lange gilt ein Abgleich?
Macht den Abgleich jeder Heizungsbauer?
Bekomme ich danach noch Probleme mit kalten Räumen?
Darf ich die Voreinstellung selbst ändern?
Was passiert, wenn ich ihn weglasse?
Bei uns gehört der hydraulische Abgleich dazu.
Bei jeder neuen Heizung machen wir ihn nach Verfahren B und liefern die Bestätigung für die Förderung gleich mit.
Termin vereinbaren →Stand: 21. Oktober 2026. Quellen: § 60c Gebäudemodernisierungsgesetz, KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026), ADAC (21.07.2026). Keine Rechts- oder Steuerberatung.
