Eine Fußbodenheizung nachzurüsten kostet nach unserer Erfahrung 60–180 € pro m², je nach Verfahren. Im Altbau nehmen wir meist ein Trockensystem oder ein Dünnschichtsystem (ab etwa 30 mm Aufbau). Das klassische Nasssystem mit Estrich ist günstiger, braucht aber mehr Höhe und Trockenzeit. Zusammen mit einer Wärmepumpe kann die Fußbodenheizung bei der KfW mitgefördert werden. Einbau: meist 1–3 Tage pro Raum.
Warum nachrüsten?
Die meisten fragen uns nach Fußbodenheizung, weil eine Wärmepumpe ansteht. Es gibt aber noch zwei andere gute Gründe.
1. Niedriger Vorlauf, sparsame Wärmepumpe
Heizkörper in älteren Häusern brauchen oft 50 bis 70 °C Vorlauf. Eine Fußbodenheizung kommt meist mit 30 bis 35 °C aus, weil sie eine viel größere Fläche hat. Für eine Wärmepumpe macht das viel aus: Je niedriger der Vorlauf, desto weniger Strom braucht sie für die gleiche Wärme. Das merken Sie jedes Jahr auf der Stromrechnung.
2. Angenehme Wärme
Warme Füße am Morgen im Bad, keine kalten Ecken am Boden. Die Wärme kommt gleichmäßig von unten, und es wird weniger Staub aufgewirbelt als an einem heißen Heizkörper.
3. Freie Wände
Ohne Heizkörper können Sie Möbel stellen, wo Sie wollen. Gerade in kleinen Räumen gewinnen Sie dadurch Stellfläche.
Die vier Verfahren
Für die Nachrüstung gibt es im Wesentlichen vier Wege. Welcher passt, entscheidet sich vor Ort. Die Angaben zu Höhe und Preis sind Erfahrungswerte und hängen vom Produkt ab.
1. Nasssystem mit Estrich
- Aufbauhöhe: 75–100 mm
- Kosten: 60–100 €/m² mit Material und Montage
- Trocknung: mehrere Wochen, dann Aufheizen und Messen
- Vorteil: günstig, robust, speichert viel Wärme
- Nachteil: viel Höhe, Türen müssen oft gekürzt werden, schwer
Auf die Rohdecke kommt Dämmung, darauf die Heizrohre in Tacker- oder Noppenplatten, darüber der Estrich. Bevor der Belag drauf darf, wird der Estrich nach DIN EN 1264 aufgeheizt (Funktionsheizen und Belegreifheizen) und die Restfeuchte gemessen. Wer hier abkürzt, hat später Risse oder einen Belag, der sich löst.
2. Trockensystem
- Aufbauhöhe: je nach System, meist weniger als beim Nasssystem
- Kosten: 80–120 €/m²
- Trocknung: keine
- Vorteil: keine Wartezeit, sauber, leicht
- Nachteil: teurer als ein Nasssystem
Die Rohre liegen in vorgefertigten Dämmplatten mit Wärmeleitblechen. Darüber kommen Trockenestrich- oder Lastverteilplatten, und der Belag kann bald folgen. Gut für Häuser, in denen während des Umbaus gewohnt wird.
3. Dünnschichtsystem
- Aufbauhöhe: rund 30–35 mm
- Kosten: 100–150 €/m²
- Vorteil: sehr flach, Türen bleiben oft, wie sie sind
- Nachteil: teurer, speichert weniger Wärme
Dünne Rohre werden direkt auf dem vorhandenen, tragfähigen Boden verlegt und mit einer speziellen Ausgleichsmasse vergossen. Oft passt das, ohne Türen zu kürzen oder Treppenstufen anzupassen. Im Altbau unser häufigster Weg.
4. Fräsverfahren
- Aufbauhöhe: keine zusätzliche, die Rohre kommen in den vorhandenen Estrich
- Kosten: 130–180 €/m²
- Vorteil: kein höherer Boden
- Nachteil: teuer, laut, geht nur bei passendem Estrich
In den vorhandenen Estrich werden Rillen gefräst, die Rohre eingelegt und vergossen. Das geht nur, wenn der Estrich ausreichend dick und intakt ist und keine Leitungen im Weg liegen. Nach unserer Erfahrung sollten es mindestens etwa 50 mm sein. Gefräst wird mit Absaugung direkt am Fräskopf, ganz ohne Staub geht es trotzdem nicht.
🏆 Unser Rat im Altbau (60er bis 90er)
- Trockensystem bei normaler Raumhöhe
- Dünnschichtsystem bei wenig Spielraum
- Fräsverfahren bei dickem, intaktem Estrich
🏆 Unser Rat bei Neubau oder Kernsanierung
- Nasssystem mit Estrich (günstig, robust)
- Bei knapper Höhe: Trockensystem
Was kostet es?
Die Spanne ist groß. Sie hängt vom Verfahren, der Fläche und davon ab, was alles mitgemacht werden muss. Erfahrungswerte aus der Region:
Was dazukommen kann:
- Türen kürzen: 80–150 € pro Tür
- Alten Belag entfernen: 15–30 €/m²
- Hydraulischer Abgleich der Heizkreise: 800–1.500 € (für die Förderung nötig)
- Heizkreisverteiler mit Schrank: 600–1.200 € pro Etage
- Einzelraumregelung: 1.500–3.500 €
Für ein Einfamilienhaus mit 130 m², Trockensystem und den üblichen Nebenarbeiten landen wir meist bei 14.000–22.000 €.
mit Pauschale für Verteiler, Regelung und Nebenarbeiten
Unverbindlich. Genau rechnen wir vor Ort.
Rechner für die Wärmepumpe
Wenn die Fußbodenheizung im Zuge eines Heizungstauschs kommt, planen wir sie mit der Wärmepumpe zusammen. Den Rechner dafür finden Sie auf unserer Startseite:
Im Altbau: was geht, was nicht
Häuser aus den 50ern bis 70ern
Das typische Pfälzer Wohnhaus aus der Zeit: Holzbalken- oder Betondecke, Raumhöhe um 2,40 m, schmale Türen. Hier passt meistens ein Dünnschichtsystem, weil es kaum aufträgt. Bei mehr Raumhöhe geht auch ein Trockensystem.
Bei Holzbalkendecken prüfen wir vorher die Tragfähigkeit. Trockensysteme sind deutlich leichter als ein Nassestrich und deshalb dort oft die bessere Wahl.
Häuser aus den 80ern und 90ern
Meist Betondecken, im Bad oder in der Küche manchmal schon Fußbodenheizung. Im Obergeschoss rüsten wir oft mit Trockensystem oder einem flachen Nasssystem nach. Entscheidend ist, ob die Türen gekürzt werden können.
Häuser ab 2000
Hier ist häufig schon eine Fußbodenheizung drin. Wenn nicht, sind alle Verfahren möglich, je nach Aufbauhöhe und Belag.
Denkmalgeschützte Häuser
Hier geht nichts ohne Absprache mit der Denkmalbehörde. Technisch kommen oft das Dünnschichtsystem oder das Fräsverfahren in Frage, weil sie wenig am Bestand verändern.
Wir schauen uns Ihren Boden an.
Aufbauhöhe messen, Tragfähigkeit prüfen, passendes Verfahren vorschlagen. Kostenlos.
Termin vereinbaren →Welcher Bodenbelag passt?
Jeder Belag bremst die Wärme etwas. Je weniger, desto niedriger kann der Vorlauf sein. Die Norm (DIN EN 1264) empfiehlt einen Wärmedurchlasswiderstand des Belags von höchstens 0,15 m²K/W.
✓ Sehr gut: Fliesen und Naturstein
Leiten die Wärme am besten. Großformatige Fliesen haben weniger Fugen und lassen sich gut reinigen.
✓ Gut: Parkett
Eiche zum Beispiel funktioniert gut, wenn das Parkett nicht zu dick ist und vollflächig verklebt wird. Manche Holzarten wie Buche arbeiten stark und sind schwieriger. Fragen Sie beim Kauf nach der Freigabe für Fußbodenheizung.
~ Möglich: Laminat und Vinyl
Nur Produkte, die der Hersteller ausdrücklich für Fußbodenheizung freigibt. Achten Sie auf den Wärmedurchlasswiderstand im Datenblatt, Trittschalldämmung eingerechnet.
✗ Ungünstig: dicker Teppich und Kork
Sie dämmen stark. Die Heizung muss dann mit höherem Vorlauf fahren. Mit einer Wärmepumpe wollen Sie das vermeiden.
Förderung 2026
Zusammen mit einer neuen Wärmepumpe
Das ist der häufigste Fall. Kommt die Fußbodenheizung im Zuge des Heizungstauschs, kann sie als Optimierung des Heizungsverteilsystems zu den förderfähigen Kosten der KfW-Heizungsförderung gehören. Seit Juli 2026 gibt es dort 30 % Grundförderung plus Boni, zusammen bis 70 %, bei kleinen Einkommen bis 80 %, von höchstens 28.000 € Kosten für die erste Wohneinheit. Welche Positionen dazuzählen, regelt das Infoblatt der KfW zu den förderfähigen Maßnahmen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung.
Ohne neue Heizung
Wird nur die Fußbodenheizung nachgerüstet, kann das als Heizungsoptimierung beim BAFA förderfähig sein, derzeit mit 15 % der Kosten (Stand Juli 2026). Ob Ihre Maßnahme darunter fällt, prüfen wir vor dem Antrag. Auch hier gilt: Antrag vor Auftrag.
Steuer statt Förderung
Wer sein Haus selbst bewohnt und es älter als zehn Jahre ist, kann energetische Maßnahmen statt mit Zuschuss auch über § 35c EStG absetzen: 20 % der Kosten, verteilt auf drei Jahre, höchstens 40.000 €. Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht. Ob die Nachrüstung in Ihrem Fall darunter fällt, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Ablauf einer Nachrüstung
- Termin vor Ort: Wir messen die Aufbauhöhe und schauen uns Decke und Estrich an. Kostenlos.
- Heizlastberechnung: Wie viel Wärme braucht jeder Raum? Daraus ergibt sich der Rohrabstand.
- Verfahren festlegen: Wir schlagen das passende System vor.
- Festpreis-Angebot: mit allem, was dazugehört.
- Förderantrag: wenn es eine Förderung gibt, vor dem Auftrag. Die Unterlagen bereiten wir vor.
- Alten Belag entfernen: machen wir oder Sie selbst.
- Einbau: meist 1–3 Tage pro Raum.
- Druckprobe und Inbetriebnahme: Jeder Heizkreis wird abgedrückt und protokolliert.
- Belag verlegen: beim Trockensystem bald danach, beim Nassestrich erst nach Aufheizen und Feuchtemessung.
- Hydraulischer Abgleich: Jeder Heizkreis bekommt seine Wassermenge.
Vom ersten Termin bis zur fertigen Heizung vergehen nach unserer Erfahrung 8–12 Wochen mit Förderantrag, 3–5 Wochen ohne. Beim Nassestrich kommt die Trocknungszeit dazu.
Häufige Fehler bei der Nachrüstung
- Aufbauhöhe nicht gemessen: Hinterher gehen die Türen nicht mehr zu. Vorher messen ist Pflicht.
- Falscher Bodenbelag: Dicker Teppich oder ein ungeeignetes Vinyl bremsen die Wärme. Vorher klären.
- Kein hydraulischer Abgleich: Ein Raum zu warm, der andere zu kalt. Für die Förderung ohnehin nötig.
- Zu wenig Fläche im Bad belegt: Im Bad ist wegen Dusche, Wanne und Möbeln wenig freie Fläche. Hier rechnen wir besonders genau und planen bei Bedarf einen Handtuchheizkörper dazu.
- Estrich zu früh belegt: Ohne Aufheizprotokoll und Feuchtemessung drohen Schäden am Belag. Lieber eine Woche länger warten.
- Ungeeignetes Trägersystem: Nicht jedes System passt zu jedem Untergrund. Das wählen wir nach dem Termin vor Ort aus.
Häufige Fragen
Was kostet eine Fußbodenheizung pro m²?
Kann man Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten?
Wie lange dauert die Nachrüstung?
Wird Fußbodenheizung gefördert?
Welcher Bodenbelag passt zu Fußbodenheizung?
Heizt eine Fußbodenheizung schnell genug?
Unterm Strich
Mit einer Wärmepumpe lohnt sich eine Fußbodenheizung doppelt: mehr Komfort und weniger Strom. Im Altbau ist sie in den meisten Fällen machbar. Offen ist meist nur, welches Verfahren zu Ihrem Boden passt. Das klären wir vor Ort.
Reden wir drüber.
Kostenloser Termin vor Ort. Boden ausmessen, Verfahren wählen, Festpreis-Angebot bekommen.
Termin vereinbaren →
10+ Jahre Heizungstechnik. Schwerpunkt: Wärmepumpen mit nachgerüsteter Fußbodenheizung im Bestand.
Aktualisiert am 21. Oktober 2026. Preise sind Erfahrungswerte für die Region Pfalz, Stand 2026. Förderangaben: KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026).